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Werkzeug 05 · Pflege Konzept liegt vor

Datenschutz-Lotse — Aufklärung, die auch verstanden wird

Eine Datenschutzerklärung wird bei der Aufnahme unterschrieben, gemeinsam mit acht anderen Blättern, oft von jemandem, der gerade einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hat. Verstanden hat sie in diesem Moment fast niemand. Der Datenschutz-Lotse ändert das — und macht die Zustimmung damit erst wirklich gültig.

Art. 13Informationspflicht, verständlich erfüllt
Einzelnjede Einwilligung für sich
Widerrufjederzeit, ohne Begründung
Das Problem

Eine Unterschrift ohne Verständnis ist keine Einwilligung.

Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, dass Menschen in klarer und einfacher Sprache erfahren, was mit ihren Daten geschieht — und dass eine Einwilligung freiwillig, informiert und für jeden Zweck einzeln erteilt wird. Die Wirklichkeit sieht anders aus: ein Stapel Formulare bei der Aufnahme, ein Kreuz an der markierten Stelle, fertig.

Das ist nicht nur rechtlich wackelig. Es ist auch menschlich unbefriedigend. Angehörige fragen später zu Recht, warum Fotos gemacht wurden oder wieso ein Dienstleister die Dokumentation sieht. Wer diese Fragen vorher beantwortet, muss sich hinterher nicht rechtfertigen.

Und es wird wichtiger: Sobald künstliche Intelligenz in der Pflegedokumentation mitarbeitet, entsteht ein neuer Erklärungsbedarf, den bisher kein Formular abdeckt.

„Ihre Pflegekraft spricht nach dem Besuch kurz in ihr Handy, damit sie den Bericht nicht abends aus dem Gedächtnis schreiben muss. Die Aufnahme wird in Text umgewandelt und danach gelöscht. Der Name Ihrer Mutter wird dabei durch einen Platzhalter ersetzt."
So erklärt der Lotse den Sprachassistenten — ohne ein einziges Fachwort.
Die Lösung

Was der Lotse leistet

Erklären statt belehren

Jeder Verarbeitungszweck wird in zwei bis drei Sätzen erklärt: was passiert, warum es passiert, wer es sieht und wie lange es gespeichert bleibt. Auf Wunsch in Großschrift, in leichter Sprache oder in Türkisch, Polnisch, Russisch und Arabisch — die Sprachen, die in der Pflege am Niederrhein tatsächlich gebraucht werden.

Einzeln zustimmen

Pflichtdokumentation, Fotos, Wochenbericht an Angehörige, KI-gestützte Auswertung — für jeden Zweck eine eigene Entscheidung. Wer den Angehörigenbericht möchte, aber keine Fotos, kann genau das sagen.

Widerruf ohne Hürde

Jede Zustimmung lässt sich jederzeit zurücknehmen, ohne Begründung und ohne dass die Pflege darunter leidet. Der Widerruf wird mit Datum dokumentiert und wirkt sofort in allen angeschlossenen Werkzeugen.

Nachweis für die Prüfung

Wer wann worüber informiert wurde und wozu er zugestimmt hat, steht revisionssicher fest — inklusive der Fassung des Aufklärungstextes, die damals galt. Bei einer Prüfung oder Beschwerde ist genau das die entscheidende Frage.

Auch für Betreuer und Bevollmächtigte

Ist der Klient nicht einwilligungsfähig, führt der Lotse die rechtliche Betreuung oder die bevollmächtigte Person durch dieselben Fragen — und hält fest, auf welcher Grundlage sie entschieden hat.

Ablauf

So läuft es im Alltag.

1
Einrichtung hinterlegt ihre Zwecke

Einmalig wird festgelegt, welche Datenverarbeitungen es im Haus überhaupt gibt. Die Erklärtexte liefern wir vorformuliert mit.

2
Aufklärung beim Aufnahmegespräch

Am Tablet oder ausgedruckt, gemeinsam durchgegangen oder in Ruhe allein gelesen. Verständnisfragen sind eingebaut, damit nicht nur durchgeklickt wird.

3
Entscheidung je Zweck

Zustimmen, ablehnen, später entscheiden. Auch „später" ist eine gültige Antwort und wird so festgehalten.

4
Zusammenfassung mitnehmen

Klient und Angehörige bekommen eine verständliche Übersicht auf einer Seite: Das haben Sie erlaubt, das nicht, und so nehmen Sie es zurück.

5
Wirkung in allen Werkzeugen

Fehlt eine Einwilligung, wird die entsprechende Funktion für diesen Klienten gar nicht erst ausgeführt. Der Angehörigen-Report verschickt dann nichts — technisch, nicht nur laut Anweisung.

Datenschutz

Gesundheitsdaten sind die schützenswerteste Kategorie, die es gibt.

Was wir zusagen: Verarbeitung auf Servern in Deutschland. Personenbezogene Angaben werden vor jeder KI-Verarbeitung durch Platzhalter ersetzt. Löschung spätestens nach 24 Stunden. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO bekommst du vor dem ersten Upload, nicht danach.

Was wir nicht behaupten: Kein Werkzeug nimmt dir die Verantwortung als verantwortliche Stelle ab. Vor dem Einsatz gehört eine datenschutzrechtliche Prüfung in deinem Haus dazu — dabei helfen wir, entscheiden musst du.

Preise

Was es kosten soll

Geplante Preise, noch nicht endgültig. Wer in der Erprobungsphase einsteigt, nutzt das Werkzeug kostenlos und behält später einen dauerhaften Vorzugspreis.

49 €

pro Monat und Einrichtung

Unabhängig von der Zahl der Klienten.

0 €

zusammen mit einem anderen Werkzeug

Wer Angehörigen-Report oder Pflegebericht-Generator nutzt, bekommt den Lotsen dazu.

0 €

für die ersten Pilotbetriebe

Gemeinsam mit einer Fachanwältin für Medizinrecht geprüft.

Häufige Fragen

Was Pflegedienste als Erstes fragen.

Ersetzt das unsere Datenschutzerklärung?

Nein. Die rechtlich verbindlichen Texte bleiben bestehen — der Lotse stellt sicher, dass sie auch verstanden werden, und dokumentiert die Einwilligungen. Beides zusammen ergibt eine belastbare Grundlage.

Ist das nicht ein zusätzlicher Aufwand beim Aufnahmegespräch?

Beim ersten Mal ja, etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Dafür entfallen die Rückfragen später und die Suche nach dem Formular, wenn jemand wissen will, was vor zwei Jahren unterschrieben wurde.

Was ist, wenn jemand eine Einwilligung verweigert?

Dann wird die betreffende Funktion für diese Person nicht genutzt — die Pflege selbst ist davon nicht betroffen. Eine Einwilligung, die man nicht ablehnen kann, wäre keine.

Wer haftet, wenn trotzdem etwas schiefgeht?

Die Verantwortung für die Datenverarbeitung bleibt bei der Einrichtung, daran ändert kein Werkzeug etwas. Der Lotse verbessert die Nachweislage erheblich — mehr verspricht er nicht.

Gilt das nur für Pflege?

Entstanden ist die Idee dort, weil der Bedarf am größten ist. Dasselbe Problem haben Arztpraxen, Beratungsstellen und rechtliche Betreuer. Das Werkzeug ist so gebaut, dass es sich übertragen lässt.

Pilotphase

Wir suchen Pflegedienste, die mit uns testen.

Kein Vertrag, keine Kosten, keine Verpflichtung. Du bekommst das Werkzeug als Erster und bestimmst mit, was zuerst gebaut wird. Wir bekommen ehrliches Feedback aus der Praxis — das ist mehr wert als jede Marktforschung.

Erst reden, dann bauen

Ein Telefonat, in dem du erzählst, wo es bei euch wirklich klemmt.

Gespräch vereinbaren

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